Kinderwunsch & Fehlgeburt

Alles, was du über Stress und unerfüllten Kinderwunsch wissen musst

Allgemein, Kinderwunsch

Es gibt endlos viele Tipps, wie man den Stress bei unerfülltem Kinderwunsch reduzieren kann, immer basierend auf der Annahme.: „Mit weniger Stress wirst du schwanger, weil der Stress einer Schwangerschaft im Weg steht.“

Und es gibt viele Geschichten, in denen das bei anderen Paaren geklappt hat. Birgit und Christian waren im Urlaub. Dort waren sie entspannt und sind schwanger geworden. Sabine und Matthias haben ein Kind adoptiert und dann ist Sabine doch noch selbst schwanger geworden, weil sie den Kinderwunsch losgelassen hat.

Woher kommt die Idee, Stress würde eine Schwangerschaft beeinflussen? Ist da wirklich was dran? Und wen trifft es vor allem? Darum soll es im Folgenden gehen.

Beginnen möchte ich mit den Auswirkungen, die solche Geschichten oder Aussagen auf Betroffene haben.


Wie erleben es Betroffene, wenn sie von Freund*innen oder Familie hören, der unerfüllte Kinderwunsch liege am Stress?

Eine Klientin - nennen wir sie Anna - erzählte im Coaching, dass eine Freundin im Gespräch fragte, ob ihr Job nicht viel zu stressig sei. Wieder einmal stand dieser Elefant im Raum: „Hättest du deinen Job gewechselt und einen weniger stressigen Job, wärst du bestimmt schwanger geworden.“

Was löst dieser Satz in Anna aus, die eigentlich weiß, dass Stress nicht die Ursache ihrer Kinderlosigkeit ist?

Es verletzt sie. Anna fühlt sich schuldig und sie stellt sich selbst in Frage. Es nagt an ihrem Selbstwert. Und sie kann es nicht mehr hören.

Sie gerät ins Grübeln, findet nachts keinen Schlaf, das Gedankenkarussell mit den ewig gleichen Fragen fährt wieder los.

Habe ich es wirklich richtig gemacht? Hätte ich etwas anders machen müssen? Hat die Freundin womöglich recht, die ist schließlich Medizinerin? Liegt es vielleicht doch am Stress?

Und warum eigentlich ich? Usw.

Je öfter wir solche Aussagen hören, desto mehr Glauben schenken wir ihnen. Sie fühlen sich wahrer an, obwohl sie es nicht sind.

Solche Aussagen vereinfachen das Schwangerwerden allerdings sehr.

„Warum fragt eigentlich niemand meinen Partner, ob er nicht zu viel Stress hat?“ stellt Anna in Frage. Sein Stress scheint wohl keine Rolle zu spielen.

Und da sind wir schon mittendrin.


Der Stress-Mythos trifft vor allem Frauen

Das ist nicht nur etwas Individuelles. Das hat eine gesellschaftliche, strukturelle Ebene, die wir in dieser Diskussion nicht vergessen dürfen.

Frauen werden mit ihren körperlichen Beschwerden immer noch weniger ernst genommen als Männer. Im medizinischen Kontext werden Ihre Beschwerden schneller auf die psychische Ebene geschoben. Das geht sogar soweit, dass Frauen bei Schmerzen weniger und später Schmerzmittel bekommen als Männer. Selbst Herzinfarkte werden schlechter erkannt und später behandelt, so dass Frauen eine höheres Sterblichkeitsrisiko haben usw.

Krankheiten, die Frauen betreffen, wie Endometriose, sind deutlich schlechter und weniger erforscht als andere Krankheiten.

Ärzt*innen äußern bei einer schmerzenden Menstruation schnell mal so etwas wie: „Damit müssen Sie leben, das ist normal.“ Nach Ursachen wird eher nicht gesucht, so dass es 7-10 Jahre dauert bis z.B. eine Endometriose festgestellt wird.

Bei unerfülltem Kinderwunsch bedeutet das konkret: Frauen hören eher, sie müssten sich nur entspannen. Und das eben nicht nur von Laien, sondern auch von Fachpersonen wie Gynäkolog*innen und einer Menge Coaches.

Als würde die Frau allein mit ihrer Psyche bestimmen können, ob sie schwanger wird oder nicht. Was hätten wir für eine Macht, wenn das so wäre.

Aber zum Schwangerwerden sind mindestens noch zwei weitere Akteur*innen wichtig: Die Spermien und der Embryo, der sich gut weiterentwickeln muss.

Das allein schon reduziert den Einfluss einer Frau, schwanger zu werden.

Aber woher kommt dieser Stress-Mythos eigentlich?


Die eher weibliche Geschichte der psychogenen Sterilität/ Unfruchtbarkeit

Der heutige Stress-Mythos ist das direkte kulturelle Erbe einer längst widerlegten Diagnose, der psychogenen Sterilität – heute wird er nur in andere Worte gekleidet.

Die Diagnose der psychogenen Sterilität/Unfruchtbarkeit kam in den 1950/60er Jahren auf. Laut dieser Diagnose seien Frauen körperlich und emotional zu unreif für eine Schwangerschaft, würden ihre Weiblichkeit nicht akzeptieren, hätten eine unbewusste Ambivalenz oder Abwehr gegenüber der Rolle der Ehefrau und Mutter. Das könne dazu führen, dass z.B. die Eileiter verschlossen wären oder kein Eisprung stattfinde.

So wird das heute nicht mehr formuliert, aber das steckt im Grunde hinter dem heutigen Mythos, dass allein der Stress der Frau eine Schwangerschaft verhindern könne.

Zur Einordnung:

Die Diagnose der psychogenen Unfruchtbarkeit wird auch heute noch verwendet, allerdings bedeutet sie etwas anderes.

Die heutige Diagnose einer psychogene Unfruchtbarkeit liegt vor, wenn ein Paar sich zwar ein Kind wünscht, aber sich eher gegenteilig verhält:

  • Wenn trotz Wissen und Aufklärung weiterhin fruchtbarkeitsschädigendes Verhalten an den Tag gelegt wird (z. B. gestörtes Essverhalten, Hochleistungssport, Genuss- und Arzneimittelmissbrauch wie Rauchen).
  • Wenn das Paar die Chancen auf eine Schwangerschaft nicht nutzt, also keinen Verkehr an den fruchtbaren Tagen hat
  • Wenn eine nicht organisch bedingte sexuelle Störung vorliegt.
  • Wenn das Paar zwar eine Diagnostik /Kinderwunschtherapie bejaht, diese aber nicht beginnt.


Was Cortisolspiegel und Nervensystem mit diesem Mythos zu tun haben

Heute gibt es neue Begründungen, die den Stress verantwortlich machen und direkt an diesen alten Mythos anschließen.

Auf Social Media sind mittlerweile massenhaft Anbietende auf den nächsten Zug aufgesprungen, der den Stress verantwortlich macht.

Die einen sagen, es liegt am Cortisolspiegel, die anderen sagen es liegt am Nervensystem. Zwei neuere Einfalltüren, die wieder den Stress als Ursache sehen.

Wenn du nur deinen deinen Cortisolspiegel senkst oder dein Nervensystem beruhigst, dann wirds schon klappen.

Ja, Cortisol ist unser Stresshormon. Wenn Cortisol dauerhaft erhöht ist, hat das gesundheitliche Folgen wie Schlafprobleme oder ein geschwächtes Immunsystem. Und es ist sinnvoll, dem entgegenzuwirken. Aber auch hier muss man schauen, woher z.B. die Schlafprobleme kommen. Es ist zu einfach zu sagen. Schlafproblem = dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel, wie es auf Tiktok und Co gern verbreitet wird.

Mehr Infos findest du hier.

Und bei bei der ungewollten kinderlosigkeit greift diese Begründung zu kurz. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen Cortisol und Entstehung einer Schwangerschaft.

Ähnlich verhält es sich mit der Beruhigung des Nervensystems. Natürlich tut es gut, wenn du Atemübungen machst. Eine tiefe Atmung beruhigt (verkürzt dargestellt) den Herzschlag und das das signalisiert dem Gehirn. „Es ist alles in Ordnung.“ Das beruhigt dich dann.

Und auch hier ist der Schritt von vermeintlichen Expert*innen. Na ,dann wird man doch auch schneller schwanger. Nein, auch das ist nicht nachgewiesen.


Was beeinflusst die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft tatsächlich?

Es gibt einige Dinge, die das Eintreten einer Schwangerschaft beeinflussen können:

Das sind Untergewicht, Übergewicht, Rauchen, das Alter, Erkrankungen bei Frau oder Mann, Leistungssport sowie Häufigkeit und Zeitpunkt des vaginalen Verkehrs.

Zu Ernährung, Umwelteinflüssen und auch Stress gibt es keine eindeutigen oder auch widersprüchliche Ergebnisse. D.h. ist hier noch weitere Forschung notwendig.

Genauer habe ich das in diesem Blogartikel beschrieben.


Was sagt die Forschung zum Stress bei unerfülltem Kinderwunsch?

Es gibt keinebelastbaren Belege dafür, dass es eine psychische Blockade gäbe, die eine Schwangerschaft verhindert. Auch nicht dafür, dass Stress eine Schwangerschaft verhindert. – Vor allem auch nicht als alleiniger Grund, wenn keine medizinischen Diagnosen gestellt wurden.

Ganz im Gegenteil belegen Studien, dass es den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Stress und Unfruchtbarkeit nicht gibt.

Das wird in der Leitlinie „Psychosomatisch orientierte Diagnostik und Therapie bei Fertilitätsstörungen“. Beschrieben.

Die medizinische Leitlinien haben die Aufgabe, Ärzt*innen bei der Behandlung ihrer Patient*innen zu unterstützen. Sie geben auf Grundlage klinischer Studien Empfehlungen für die Behandlung. Sie werden regelmäßig aktualisiert, so dass immer der aktuelle Stand der Wissenschaft in die Leitlinien einfließt. Daran sind Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen beteiligt.

Hier mal zwei Zitate aus der Leitlinie von 2019:

„Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für einen „fixierten“ Kinderwunsch oder für ein spezifisches Paarbeziehungsmuster bei infertilen Paaren, welche die Fertilitätsstörung mit verursachen könnten."

„Es liegen jedoch noch keine überzeugenden systematischen Studien an größeren Fallzahlen vor, welche die Verursachung einer Fertilitätsstörung allein durch Stress nachweisen konnten.“

Auf der anderen Seite gibt es Untersuchungen dazu, dass Paare mit unerfülltem Kinderwunsch psychisch genauso gesund sind wie Paare, die Kinder bekommen.

Die Leitlinie und mittlerweile auch die WHO betonen, dass unerfüllter Kinderwunsch psychisch belastend ist, man also mit Fug und Recht behaupten kann:

! Stress ist eine Folge, keine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch.

Schauen wir mal in die andere Richtung:

Wenn Stress eine Schwangerschaft verhindern könnte, würde Frauen nach Vergewaltigungen, Frauen, die in gewalttätigen Beziehung und anderen angespannten Lebenssituationen leben, nicht schwanger werden. Aber in solchen Situationen entstehen Schwangerschaften.

Ich habe das als Beraterin in einer Schwangerschaftsberatungsstelle immer wieder erlebt und Frauen in prekären Lebensverhältnissen begleitet, die ungewollt schwanger wurden.


aber nach Adoption werden doch noch viele Frauen schwanger!

Auch hier, nur weil es oft erzählt wird, wird es nicht wahrer.

Fakt ist, dass nach Adoptionen ca. 3-4% der Frauen/Paare schwanger werden.

Diese Geschichten sind sehr verbreitet. Auch unter medizinisch, psychologisch geschultem Fachpersonen.
Mindestens zwei meiner Supervisor*innen haben mich schon darauf verwiesen. Denen fehlt eben auch das spezifische und aktuelle Wissen rund um ungewollte Kinderlosigkeit. Immerhin konnte ich die Gelegenheit nutzen, um in diesem Sachverhalt aufzuklären.

Die 96-97% der Paare, die kein Kind nach Adoption bekommen, tauchen in den Medien oder in Gesprächen nicht auf, sie sind quasi unsichtbar. Trotzdem existieren sie

Spontane Schwangerschaften nach Adoptionen sind genauso häufig bzw. selten wie mit unerfülltem Kinderwunsch. D.h. auch Paare, die in Kinderwunschbehandlung sind und bei denen fruchtbarkeitseinschränkende Erkrankungen vorliegen, können spontan und ohne Unterstützung schwanger werden.

Eine Schwangerschaft tritt nach der Adoption auf, das bedeutet aber nicht, dass sie wegen der Adoption auftritt.

Das bezeichnet man auch als Scheinkorrelation.


Da der Storch bekanntermaßen die Babys bringt, ist es kein Wunder, dass mit dem Rückgang der Störche auch weniger Kinder geboren wurden.


Welche Rolle spielen die eigenen Gedanken?

Wenn du immer so negativ denkt, kann es ja nicht klappen.“ auch ein stz, den Betroffene ständig zu Ohren bekommen.

Kurz gesagt: Nein, auch negative Gedanken wie „Es wird nicht klappen.“ verhindern keine Schwangerschaft.

Dahinter steckt wohl u.a. das Gesetz der Anziehung. Man denkt immer wieder an etwas und dann kommt es in das eigene Leben.

Laut dieses Gesetzes kann man die eigene Realität selbst bestimmen. In Teilen ist das auch richtig. Es macht meist einen Unterschied, ob ich anderen Menschen lächelnd oder meckernd begegne. Ich fühle mich innerlich anders und die Menschen um mich herum reagieren womöglich anders. Allerdings kann es auch sein ,dass die andere Person gerade aus guten Gründen schlechte Laune haben und unfreundlich sein statt zurückzulächeln, z.B. weil sie gerade von ihrer Chef*in angemotzt wurde oder weil sie sehr wenig geschlafen hat.

Dieses Gesetz funktioniert aus meiner Sicht nur deswegen, weil wir uns eher so verhalten, so dass Diese Etwas, das wir uns so sehr wünschen, in unser Leben kommt.

Ein verkürztes Beispiel:
Wenn ich mir manifestiere und visualisiere: Ich bin schlank. Dann achte ich eher auf mein Essverhalten, bewege mich wahrscheinlich mehr usw. Das geänderte Verhalten führt dann dazu, dass ich diese Ziel erreiche.

Kurz gesagt meint dieses Gesetz, Gleiches zieht Gleiches an.

Sprich: Wenn du denkst, es wird nicht klappen, kann es eben nicht klappen. Es deutet laut des Gesetzes wahrscheinlich sogar auf eine innere Blockade hin. Nach dem Motto: Wenn du einen Glaubenssatz in dir trägst, der gegen eine Schwangerschaft spricht, dann kannst du auch nicht schwanger werden. Vielleicht willst du es nicht genug?

Da wären wir wieder bei der oben beschriebenen Diagnose der psychogenen Sterilität.

Wenn man das Gesetz der Anziehung ernst nehmen würde, würde das bedeuten, dass du mit deinen Gedanken dich, deinen kompletten Organismus, die Spermien, die die Eizelle befruchten und den entstehenden Embryo gedanklich steuern kannst.

Das hört sich eher nach Science Fiction an.

Die Realität ist weitaus komplizierter.

Natürlich ist Hoffnung an sich wichtig. Denn ohne Hoffnung würdest du aufhören, den Kinderwunsch zu verfolgen. Die Hoffnung gibt dir einen Teil deines Antriebs weiterzumachen, auch wenn es immer wieder schmerzhaft ist.


Fazit und Einordnung

Im Grunde kann man sagen, alles was den Kinderwunsch auf den Stress reduziert, möchte die Welt gern vereinfachen.

Einerseits ist das verständlich. Die Welt und unser Leben sind sehr kompliziert, das ist nicht so leicht auszuhalten.

Auch unser Gehirn und unser Organismus sind um Einiges komplexer als wir uns das denken. Wir wünschen uns leichte Erklärungen, um zur Ruhe zu kommen.

In den sozialen Medien werden Mythen massenhaft verbreitet. Es wird um Aufmerksamkeit gekämpft, es muss in Kürze erklärt sein. Da bieten sich leichte Erklärungen geradezu an.

Wahrscheinlich glauben weil Anbietende wirklich selbst ,das es so leicht ist, aber vor allem lässt sich damit gut Geld verdienen.

Es ist so verständlich, dass du dir eine leicht Lösung wünschst. Und dir auch Gedanken durch den Kopf gehen „Wenn ich das mache, wird es klappen. Dann gehts mir wieder gut.“

Und ich glaube, diesen Satzteil: „Dann gehts mir wieder gut.“ dürfen wir sehr ernst nehmen.

Wir suchen die Lösungen auch, damit wir uns wieder besser fühlen. Weil es so schwer auszuhalten ist.

Deswegen: Wenn dir eine vermeintlich leichte Lösung versprochen wird, solltest du hellhörig werden und hinterfragen.

Wenn dir eine Breathwork-Session, Akupunktur, ein Gespräch gut tut, dann lass dich darauf gern ein. Denn das verbessert wahrscheinlich deine Stimmung. Es kann dir helfen, dich zu beruhigen, dir Handwerkszeug für schwierige Situationen an die Hand geben, so dass es etwas leichter für dich ist, mit der Situation umzugehen.

Erwarte nicht, dass du dadurch schwanger wirst.

Leider kann es sogar sehr nachteilig sein, wenn wir der Meinung von Anbietenden, die ein finanzielles Interesse haben, mehr Glauben schenken als der Wissenschaft.

Es besteht dann die Gefahr, dass Paare alles Mögliche ausprobieren, bevor Sie in eine Kinderwunschklinik gehen, um zu erforschen, welche Einschränkungen vorliegen. Dadurch kann wertvolle Zeit verloren gehen, da die Fruchtbarkeit mit zunehmenden Alter abnimmt.

Leider gibt es viele Coaches , Berater*innen, Mentor*innen, die eine ähnliches Angebot wie ich haben, die aber versprechen, dass du leichter schwanger wirst, wenn du entspannter bist. Aua!

Sie weisen auch Ergebnisse vor. Julia ist durch der Begleitung schwanger geworden. Aber stimmt das wirklich?

Nein. Das sind - wie bei der Adoption - Ereignisse, die nebeneinander bzw. nacheinander auftreten. Das bedeutet nicht, dass eine Schwangerschaft die Folge eines Coachings ist.

Statt Stress für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich zu machen, sollten wir anerkennen, das der Kinderwunsch den Stress erst auslöst.

Das hat auch die WHO in ihrer „Guideline for the prevention, diagnosis and treatment of infertility“ 2025 endlich anerkannt.

Sie hält fest, dass ein unerfüllter Kinderwunsch eine psychisch herausfordernde Zeit ist und eine psychosoziale Begleitung angeboten werden sollte.

Dieser Stress kann sich dann auf das Verhalten auswirken. Unser Verhalten wiederum kann eine Schwangerschaft mit beeinflussen z.B. mit weniger Sex, ungesundem Lifestyle usw.

Aber man muss auch hier aufpassen, dass das Ganze nicht in reiner Selbstoptimierung endet. Denn auch das garantiert kein Kind.

Das ist meines Erachtens die allergrößte Herausforderung bei unerfülltem Kinderwunsch. Wir können es nicht zu 100% kontrollieren. Wir haben es nicht selbst in der Hand, weder die Reproduktionsmedizin, noch wir selbst, unsere Psyche oder unser Lebensstil.

Die Entstehung des Lebens ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Wunder.

Damit eine Schwangerschaft entstehen kann, müssen sehr viele Rädchen ineinander passen. Wir können an der ein oder anderen Schraube drehen, so dass die Chancen etwas steigen. Aber selbst dann haben wir es nicht in der Hand.

Diese Herausforderung ist in einer Welt, in der alles nach Leistung, Machbarkeit und Kontrolle strebt, nicht leicht auszuhalten.

Auch die bisherigen Herangehensweisen, die auf dem Leistungsprinzip aufbauen - „Ich muss nur noch mehr tun, dann klappt es.“ -, scheitern deswegen hier, weil es eben keine Garantie geben kann.

Ein Coaching ist wie gesagt begleitend sehr sinnvoll. Es ist sehr hilfreich, neue Strategien zu entwickeln, um einen für sich passenderen Umgang mit dem Kinderwunsch zu finden.

Mehr Infos zu meinem Angebot findest du hier.

Natalie Kitterer

Natalie Kitterer

Hypnosystemische Einzel- und Paartherapie, Trauerbegleitung, Kinderwunschcoaching

Hallo, ich bin Natalie Kitterer. Ich begleite seit über 20 Jahren Paare und Einzelpersonen in emotionalen Situationen. Mein Ansatz zielt darauf ab, Menschen durch schwierige Phasen zu begleiten, ihre Resilienz zu stärken und individuelle Lösungswege zu entwickeln. Dabei lege ich besonderen Wert auf Ressourcenaktivierung, Wertschätzung und emotionale Unterstützung.

Neben persönlicher Beratung in Präsenz oder online biete ich auch digitale Formate an und nutze meine Expertise, um Menschen zu helfen, mit komplexen Gefühlen wie Trauer und Unsicherheit umzugehen.

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